Strom trotz schlechter Bonität

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Eine Frage der Zahlungsfähigkeit

In Deutschland sind derzeit rund 6,9 Millionen Personen verschuldet. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt im Durchschnitt bei rund 28.000 Euro. Da die Mehrheit der in Deutschland lebenden Personen keine Schulden hat, ist davon auszugehen, dass ein großer Teil der Bevölkerung weit über die durchschnittlichen 28.000 Euro hinaus verschuldet ist. Schuldner, die in Schuldnerauskunftsdateien wie der Schufa mit einen schlechten Score gelistet sind, haben oftmals Probleme damit, neue Verträge abzuschließen. Kein Unternehmen ist nämlich gezwungen, einem unerwünschten Kunden einen Vertrag anzubieten.

Viele Unternehmen möchten sich im Vorfeld über die Zahlungsfähigkeit eines potenziellen Neukunden informieren und beantragen daher Auskünfte über den Kunden bei den Schuldnerauskunftsdateien. Da sich in den letzten Jahren die Anzahl der Kunden, die ihre Stromrechnungen gar nicht oder nicht regelmäßig zahlen, vervielfacht hat, greifen auch immer mehr Stromanbieter auf die Angebote der Schuldnerauskunftsdateien zurück.

Hinweis:
In der Folge kommt es oftmals zu Ablehnungen neuer Kunden. Diese haben dann lediglich die Möglichkeit, einen Stromvertrag bei ihrem örtlichen Grundversorger abzuschließen. Dieser ist per Gesetz dazu verpflichtet, Kunden aufzunehmen und führt nicht zuletzt auf Grund dieser Tatsache erst überhaupt keine Recherchen zur Bonität der Kunden durch.

Bedeutet eine schlechte Bonität automatisch eine Ablehnung?

Da in den letzten Jahren eine massive Wettbewerbssituation der Stromanbieter untereinander entstanden ist, ist den entsprechenden Energieversorgern natürlich nicht daran gelegen, potenzielle Neukunden vorschnell abzulehnen. Viele Stromanbieter verzichten im Vorfeld sogar völlig darauf, überhaupt eine Bonitätsauskunft einzuholen oder bieten den Kunden trotz einer attestierten schlechten Bonität dennoch einen Stromtarif an. Die Unternehmen agieren häufig so, da sie keine Kunden verprellen und nicht in die öffentliche Kritik geraten möchten.

Hinweis:
Nicht selten sind auch Kinder von den Ablehnungsentscheidungen der Stromanbieter betroffen, so dass sich die Unternehmen vielmehr dazu entscheiden, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden und dem verschuldeten Haushalt dennoch Strom anzubieten. Viele Energieunternehmen werben auf ihren Websites oder in den Beschreibungen auf Strom-Vergleichsportalen sogar offensiv damit, keine Bonitätsinformationen einzuholen.

Alternative Möglichkeiten

Sollten Haushalte Probleme damit haben, einen Stromanbieter zu finden und nur ungern auf das Angebot des in der Regel eher teuren Grundversorgers zurückzugreifen, so empfehlen Experten hier als alternative Möglichkeit das gezielte Suchen nach Anbietern, die Vorkasse als Zahlungsoption anbieten. Bei dieser Zahlungsart wird in der Regel vorab keine Bonitätsauskunft über den neuen Kunden eingeholt, da dieser bereits vor der ersten Strombelieferung eine erhebliche Summe im Voraus bezahlt, die es ihm ermöglicht, für die Folgemonate nicht weiter für den Strom zahlen zu müssen.

Info:
Zu bedenken ist hierbei, dass der Neukunde nicht selten eine Vorausleistung zu zahlen hat, die schnell in einen dreistelligen Bereich gehen kann. Erfahrungsgemäß verfügen nur wenige ehemalige Schuldner / aktuelle Schuldner über einen solch großen finanziellen Spielraum.

Auch ist hier laut Expertenmeinung zu unterscheiden, welche Art Schulden bei einem Strominteressenten überhaupt vorliegen. Sollte der mögliche Neukunde bereits in der Vergangenheit Schulden bei einem Energieversorger gemacht haben, so wird dieser es sehr schwer haben, einen neuen Stromanbieter zu finden, welcher ihm einen Vertrag anbietet.

Resultieren die vorhandenen Schulden aus einem ganz anderen Zusammenhang und gab es bislang keinerlei Probleme mit der Bezahlung des Stromanbieters, so kann der Neukunde davon ausgehen, dass er relativ schnell einen Stromanbieter finden wird, der ihm einen Stromvertrag anbietet.

Hinweis:
Oftmals empfiehlt es sich auch, ein direktes Gespräch mit dem Stromanbieter zu suchen. Machen verschuldete Neukunden in diesem Gespräch einen seriösen Eindruck und präsentieren sich zahlungswillig, so sind viele Stromanbieter zu Ausnahmeregelungen / Kulanzlösungen bereit und bieten trotz der finanziell prekären Lage des Neukunden einen Stromvertrag an.

Ferner bieten viele Anbieter ein Kautionsmodell an, um sich abzusichern. Hier gibt der Neukunde eine bestimmte und vorher gemeinsam mit dem Stromanbieter festgelegte Summe direkt an den Anbieter. Obwohl der Kunde nach wie vor Besitzer des Geldes ist, hat er erst einmal keine weiteren Verfügungsmöglichkeiten über dieses, da es beim Anbieter als Sicherheitsleistung verwahrt wird. Zahlt der Kunde seine monatlichen Rechnungen nicht oder nicht vollständig, so kann der Anbieter auf das Geld zurückgreifen und dieses wie die monatlichen Gebühren verwalten und zum Wirtschaften einsetzen.

Warum sich der Preisvergleich lohnt

Egal ob Kunden Schulden haben oder nicht, ein Vergleich der Stromanbieter untereinander sollte vor einem möglichen Vertragsabschluss stets durch den Kunden erfolgen. Die Anbieter unterscheiden sich in Bezug auf ihre Preise, ihre Leistungen, ihre Vertragslaufzeiten und ihrem Kundenservice signifikant voneinander. Nicht selten kann der Kunde bei einem aktiven Strompreisvergleich mehrere Hundert Euro pro Jahr einsparen. Dies dürfte besonders bei Kunden, die ohnehin finanzielle Probleme haben, zu einer starken Verbesserung ihrer Lage führen.

Hinweis:
Besonders bieten sich für den Vergleich Online-Vergleichsportale an, die sämtliche möglichen Anbieter der jeweiligen Region anzeigen und die einzelnen Vertragsvarianten transparent und ausführlich darlegen.