Strom ohne Mindestvertragslaufzeit

Anfrage ohne Mindestvertragslaufzeit:

Inhaltsverzeichnis:

Bei privaten Lieferverträgen mit den einzelnen Stromanbietern haben gibt es in der Regel Laufzeiten zwischen 12 und 36 Monaten. Je länger diese Laufzeiten sind, desto stärker wird der Verbraucher als Vertragspartner an seinen jeweiligen Stromlieferanten gebunden.

Hinweis:
In der Regel kann man als Kunde oder Vertragspartner erst dann den Vertrag beenden, wenn die vereinbarte Laufzeit beendet ist. und sich danach bei einem neuen Stromlieferanten mit einem eventuell günstigeren Tarif umschauen.

Strom ohne Mindestvertragslaufzeit – gibt es das?

Es gibt allerdings im dem Vertragsrecht bei Verträgen mit Stromlieferanten auch Situationen, in denen den Verbrauchern als Vertragspartner ein schnelles und flexibles Sonderkündigungsrecht zusteht.

Dieses Recht gibt dann dem Verbraucher oder Kunden die Möglichkeit, dass er auch vor Ablauf der ursprünglichen Laufzeit des Vertrages kündigen und zu einem neuen Anbieter wechseln kann. Dabei gibt es zwei Situationen, die dann das Recht zur Sonderkündigung ermöglichen

Die Strompreiserhöhung durch den Lieferanten als sofortiger Kündigungsgrund durch den Verbraucher und somit Wegfall der Mindestvertragslaufzeit

Der Stromanbieter hat im Liefervertrag in der Regel mit dem Kunden einen genauen Preis vereinbart, wie viel die Kilowattstunde kosten soll oder darf. Externe Faktoren (beispielsweise starke Schwankungen an den Märkten für Gas und Öl, gestiegene Nachfrage; Anforderung der Aktionäre des Stromlieferanten an eine Erhöhung der Rendite etc.) können den Stromlieferanten veranlassen, den vereinbarten Strompreis zu erhöhen. Wenn er dies beabsichtigt, zu tun, ist er verpflichtet, den Kunden in schriftlicher Form davon zu informieren, weil er dann vom Vertragswortlaut abweicht.

Hinweis:
Dadurch entsteht durch den Stromanbieter ein Vertragsbruch und deshalb steht dem Kunden oder Verbraucher das Recht zu, das Vertragsverhältnis von seiner Seite aus zu kündigen und dies ,unabhängig von der Laufzeit, und somit die Mindestvertragslaufzeit zu umgehen.

Gesetzlich ist dieses Sonderkündigungsrecht im Falle von einer Preiserhöhung festgeschrieben und dies gilt unabhängig vom ausgewählten Stromanbieter.

Dabei gibt es einige Stromanbieter, die die Preiserhöhung an die Verbraucher mit der gestiegenen EEG-Umlage argumentieren und diese damit im eigentliche Sinne nicht den Strompreis erhöhen würden und somit wäre das Sonderkündigungsrecht ausgeschlossen.

Gut zu wissen:
In der Praxis werden solche Argumentationen nicht durchgebracht und auch von Verbraucherschutz-Verbänden als rechtswidrig eingestuft. Deshalb ist es wichtig, auch bei einer solchen Argumentation zu kündigen.

Strom-Vertragskündigung wegen Umzug

Gerade ein eventuell anstehender Umzug ist ebenfalls ein entsprechender Anlass, sich Gedanken über einen neuen Stromlieferanten zu machten und vielleicht wegen einem teuren Stromanbieter nachzudenken , diesen zu wechseln und aus dem laufenden Vertrag als Verbraucher auszusteigen.

Wenn man im Falle eines Umzuges aus dem laufenden Vertrag aussteigen und somit die Mindestvertragslaufzeit umgehen möchte, ist dies hier wesentlich umständlicher, als dies sich im Fall einer Strompreiserhöhung durch den Anbieter darstellt.

Hinweis:
Zunächst muss hier unterschieden werden, ob beim aktuellen Stromvertrag von einem Anbieter der Grundversorgung (beispielsweise Stadtwerke) der Strom bezogen wird oder handelt es sich um einen anderen externen Stromanbieter.

Wenn der Vertrag mit dem Grundversorger besteht, gilt hier im Um- oder Auszugsfalle das gesetzliche Kündigungsrecht.

Wenn jedoch mit einem externen Versorger ein solcher Stromliefervertrag abgeschlossen wurde, gibt es nicht die Möglichkeit, einseitig ohne Kontaktaufnahme mit dem Stromanbieter zu kündigen, sondern es liegt im Ermessen des Stromanbieters, ob der dem Kunden in diesem Falle eine Sonderkündigungsmöglichkeit einräumt.

Info:
In der Regel gestehen die externen Anbieter dem Kunden häufig ein solches Recht zu und regeln es mit einem Zusatz in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Deshalb ist es hier erforderlich, die im Vertrag zugrunde liegenden Regelungen zu lesen. Wenn hier eine solche Möglichkeit festgehalten ist, kann man beim Umzug das Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen und somit die Vertragslaufzeit verkürzen.

Wenn es vertraglich in den Bedingungen geregelt ist, kann somit bei Umzug der Strom auch ohne die Einhaltung der Mindestvertragslaufzeit gekündigt werden.

Die Art der Kündigung bei Strompreiserhöhung und bei Umzug

Wie bei regulären Kündigungen des Stromanbieters innerhalb der vereinbarten Frist, gilt auch für Sonderkündigungen zum Ausstieg aus der Mindestvertragslaufzeit die Schriftform. Somit muss entweder per Brief oder per E-Mail gekündigt werden. Bei der schriftlichen Form ist dies per Einschreiben sinnvoll, da somit der Versand auch belegbar ist.

Bei Inanspruchnahme der Sonderkündigung sind die Fristen entscheidend. Bei einer Kündigung aufgrund einer Strompreiserhöhung wird häufig eine sehr kurze Frist von 14 Tagen eingeräumt. Bei einer Kündigung der Mindestvertragslaufzeit aufgrund eines Umzuges gilt beim Grundversorger zwar auch eine Frist in Höhe von 2 Wochen.

Hinweis:
Dies gilt jedoch unabhängig vom Umzugstermin selbst und kann somit jederzeit erklärt werden. So steht es in der gesetzlichen Regelung. Teilweise sind manche Stromanbieter, was die Fristen anbelangt, kulant, aber es gibt auch Anbieter, die dann bei Nichteinhaltung der Fristen die Kündigung nicht mehr akzeptieren.

Grundsätzlich sollte man dann bei diesen beiden Kündigungsformen auch die Einzugsermächtigung dem Stromanbieter entziehen. Dadurch hat dann der Stromanbieter keine Möglichkeit mehr, auf das Einzugskonto zurück zu greifen.

Gut zu wissen:
Zwar gibt es einige wenige Anbieter, die grundsätzlich keine Vertragslaufzeiten in ihren Stromverträgen haben. Diese sind jedoch nur Einzelfälle und dort beträgt die Kündigungsfrist teilweise 4 Wochen, wo man aus dem Vertrag wieder aussteigen kann.

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